Abhauen
14. Jan 2010 um 10:38 | Hans | Kommentar schreiben - 7
Manchmal überlege ich mir, ob ich nicht einfach alles hinwerfen sollte. Den Job und damit auch den Streß mit den Kollegen. Die Ehe, die ständigen Rangeleien mit den Kindern, die Nachbarn, das Leben überhaupt. Einfach „Zigaretten holen gehen“, das letzte Gehalt abheben und von einer Sekunde zu anderen verschwinden.
Ich glaube nicht, dass man mich vermissen würde. Eine kurze Zeit gäbe es Betroffenheit, dann vielleicht Unsicherheit über meinen Verbleib, ein paar Spekulationen und dann nichts mehr.
Die Kinder wären sowieso versorgt, die Kollegen kommen besser ohne mich aus und ich, ich könnte irgendwo neu anfangen. Ich habe es einfach satt, gegen alles und jeden kämpfen zu müssen. Jeden Tag wieder gegen den Strom schwimmen und jeden Tag wieder keine Lust zur Arbeit und keine Lust heim zu kommen. Das Leben fühlt sich zäh wie ein Brei an, in dem ich zu ersticken drohe.
Einfach tschüß sagen und den nächsten Flieger irgendwohin nehmen. Dort aussteigen, eine kleine Pension suchen, vielleicht ein bisschen Arbeit, ein paar Kontakte aufbauen und weg. In Frankreich und Spanien gibt es alte verlassene Bauernhöfe, die man einfach so besetzen und wieder bewirtschaften kann. Aussteigen aus diesem klemmenden Allerlei, dieser Enge.